Ingrid Aspöck, Illustratorin
Textil | Groß: 45 cm, Klein: 26 cm

Die Faule-Eltern-Bettwurst (MA/PA) ist unzertrennlich seit ’69 und tut nichts lieber als sich den ganzen Tag im Bett hin und her zu wälzen. Dabei vergisst sie schon mal alles um sich herum und zeigt der Welt die pelzigen Rücken. Das Glück steht ihr als idiotisches Grinsen und zufriedenes Schmunzeln ins Gesicht geschrieben. „Sei so lieb und dreh uns noch mal um! Nur noch 5 Minuten … oder zehn … .“

Die schwarze Faule-Baby-Bettwurst (Edwin, Ed) ist sehr anhänglich und braucht besonders viel Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Wenn es nicht gerade genüsslich gähnt, schreit es lauthals nach Nahrung oder Körperkontakt – „Hunger! Kuscheln! Gähn …“. Abgesehen von diesen banal erscheinenden Vorlieben hängt es einem gerne über die Schulter, noch lieber wenn man gerade ein gutes Buch liest. (Von dem Gegähne darf man sich nicht irritieren lassen. Das bedeutet nur, dass es sich sehr konzentriert.)

Die weiße Faule-Baby-Bettwurst (Soferl) ist leicht introvertiert und verbringt die meiste Zeit im „Narrenkastl“. Stundenlang starrt das Baby vor sich hin und versucht die neuen Eindrücke zu ordnen. Hin und wieder entweicht ihm ein zuversichtliches „Oh!“, dem aber meist schnell ein verwirrtes „Uh?“ folgt. Und schon ist es beim nächsten Gedanken hängen geblieben. Mit einem leichten Klaps oder liebevollem Bauchgekraule bekommt man aber leicht seine volle Aufmerksamkeit.

Das Faultier bekam seinen unglücklichen Namen von europäischen Entdeckern aufgeschwatzt. Sein bedächtiger Lebensstil hat die katholischen Eindringlinge wohl etwas irritiert, denn was in der Antike noch ein Ideal war, wurde im Christentum zur Todsünde erklärt. Neben „Ora et labora“ oder „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ bleibt eben keine Zeit zum Tagträumen und „Abhängen“ und man könnte dabei ja auf dumme Ideen kommen.

Eigentlich müssten wir gerade heute die Faulheit wieder schätzen und lieben können, haben wir doch so viel schönen Schnickschnack, der uns Alltag und Arbeit erleichtert. Aber der Markt schläft nicht, die Konkurrenz schon gar nicht und in der Freizeit hat man gefälligst was zu erleben.

Dabei gibt’s doch nichts schöneres als einfach nur ab-, rum- und hin und wieder ein wenig durchzuhängen, vorzugsweise am schönsten Ort der Welt, dem Bett. Ob alleine, zu zweit oder beim Gruppenkuscheln, nirgendwo sonst kann man so schön die absurde, hektische Welt hinter sich und die Gedanken spinnen lassen. Nicht nur deswegen habe ich mich sehr gefreut eine Gästebettwurst für Evi und Julia entwerfen zu dürfen und habe diese kleine Serie als Erinnerung an das Faultier in uns konzipiert: pflegeleicht, waschbar, vielseitig und – für besonders Gestresste – auch unterwegs einsetzbar (siehe Skizzen).

bla bettwurst reloaded